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AD(H)S Kompetenz bei Lehrern???  

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habe die Lehrerin meines Sohnes gebeten ihn zu beobachten ob er Anzeichen für AD(H)S hat.
Nun bekam ich dies zur Antwort :
Meine Kollegen und ich haben es ausgiebig diskutiert und finden, dass ..... keine typischen ADS Symptome aufzeigt. Vielmehr haben die Kollegen berichtet, dass immer dann, wenn etwas gut klappt, Tim gut bei der Sache ist (sich gut konzentrieren kann) und wenn etwas nicht funktioniert, seine Frustrationsgrenze ganz schnell erreicht ist. Er setzt sich selbst ganz dolle unter Druck, aber das haben wir ja bereits besprochen. Am allermeisten macht ihm das Arbeitstempo zu schaffen, da kommt es ganz oft zu Tränen, oder auch wenn er das Bedürfnis hat etwas mitzuteilen, aber kurz warten muss, praktisch zurechtgewiesen wird.

Was soll ich davon halten? Spricht es nicht ehr dafür?

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Veröffentlicht : 11/01/2016 6:00 am
(@admin)
Mitglied Admin

Hallo Aggi,

wie siehst Du das denn? AD(H)S macht sich eben nicht nur in der Schule bemerkbar. Es kann auch sein, dass er einfach noch nicht soweit ist, um in der Schule in dem Tempo klar zu kommen (vllt. einfach zu Jung für die gestellten Aufgaben usw.).

Wie ist denn Dein Sohn zu Hause?

Solltest Du trotz allem Zweifel haben, dann würde ich ihn auf jeden Fall testen lassen. Es gibt soooooo viele Ähnlichkeiten mit anderen Diagnosen, dass man nicht so einfach auf AD(H)S schließen kann, auch wenn vieles dafür spricht.

Und eine vorschnelle Diagnose ist niemals gut. Es kann auch eine Form von Autismus sein. Borderline ist in einigen Dingen ähnlich wie AD(H)S von der Symptomatik her. Das Tourette-Syndrom tritt bei AD(H)S auch verstärkt auf, steht aber auch alleine da. Auch wenn die Anzeichen von AD(H)S vorhanden sind, können noch soviele andere Dinge dafür sprechen, dass andere Dinge vorhanden sind. Und nur weil es in der Schule auftritt, muss es noch lange kein AD(H)S sein. Es kann ja auch sein, dass er einfach noch nicht "reif" genug für die gestellten Aufgaben ist. 😉

Mein Tipp an Dich: Lass ihn testen, dann weißt Du was es ist.

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Veröffentlicht : 14/01/2016 10:14 am
Aggi
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(@Aggi)
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Hallo michaela,
nein mir ist sehr wohl bewusst das sich das ganze nicht nur in der Schule bemerkbar macht, aber eben auch!
Der Verdacht besteht nicht nur bei mir sondern auch beim Kinderarzt und da nicht erst seit gestern. Für eine objektive Beurteilung durch den Arzt ist natürlich auch wichtig wie es in der Schule aussieht daher meine Anfrage in der Schule. Mittlerweile waren wir zu einer Lernstandsbesprechung in der Schule, alles an Auffälligkeiten die mir genannt wurden konnte ich im inneren abharken. Und nein, mein Sohn ist nicht nicht reif genug für die Anforderungen.
Er ist mein Spiegel meiner Kindheit, wenn ich ihn beobachte sehe ich mich als Kind, nur ist bei mir erst im Alter von 44 Jahren die Diagnose gestellt worden und das will ich ihm ersparen.
Ja ich habe mir vor meiner Diagnose keine Gedanken gemacht ob er evtl. AD(H)S haben könnte da sein Verhalten für mich mit meiner Erfahrung ja normal war, er war ist wie ich mit den gleichen stärken und schwächen, schade, aber daran kann man nichts ändern.
Und nun Besteht die Möglichkeit das man doch etwas ändern kann. Die Teste bei ihm fangen diesen Monat an.

Beim Elterngespräch habe ich die Lehrerin (nicht die Klassenlehrerin) auf meinen Verdacht angesprochen mit der Bitte einer Kopie der Einschätzung für den Arzt zu bekommen. Da kam nur pumpen sie das Kind blos nicht mit Ritalin voll! oder war ss dröhnen sie ihn nicht zu!
Auf Ansprache das ich auf so Sprüche allergisch reagiere und wieso sie darauf kommt kam nur das kennt sie da werden die Kinder nur ruhig gestellt und apathisch! Ich hätte am liebsten gefragt ob ich ihr zugedröhnt vorkomme!

Da die gute Frau keine Zeit hatte es waren pro Kind 10 Min. angesetzt um alles zu besprechen, hatte ich leider keine Zeit ihr mein liebstes Beispiel mit der Brille nahe zu legen.
wenn jemand nicht richtig sieht kommt auch keiner auf die Idee demjenigen eine Brille zu verweigern, nur wenn die Brille nicht die richtige Stärke hat, sieht man auch nicht besser! Und so ist es mit den Medikamenten auch.

Aber wenn mir als Begründung gesagt wird das er ja was kann und schnell ist wenn er es gerne macht und ihn interessiert aber sich nicht konzentriert und langsam ist wenns für ihn uninteressant ist und das ja nur ein Zeichen ist das er könnte wenn er wollte ....... oder das er sich ja bei mir Verhaltensweisen abgeschaut haben kann und diese nur wiedergibt, sorry aber das zeigt wie wenig Ahnung die haben, denn mein Verhalten heute ist ein anderes als zu Kinderzeiten, und wie soll er sich ein Verhalten bei mir abgeschaut haben das ich vor 30-40 Jahren hatte?
Es gibt so viele Kleinigkeiten die zutreffen und von denen gesagt wird das haben andere Kinder auch, ja jedes Kind hat mal sowas, aber nicht alles und ständig.
Ich komme mir so vor als wollte ich meinem Sohn unbedingt einen Stempel aufdrücken, als ausrede das ich ihn falsch erzogen habe, so Äußerungen kommen. NEIN das will ich nicht! Ich will ihn auch nicht zudröhnen. Aber ich könnte es mir nicht verzeihen das wenn ich den Verdacht habe, dem nicht nachzugehen und ihm jede Hilfe anbieten würde die wir bekommen können. Damit er die Erfahrungen des Abgestempelt werdens und dauernden Versagens nicht auch erleben muss.

Ich habe bei weitem noch Glück gehabt, habe ein fantastisches Kind, einen Beruf und ein Zuhause. Aber mein Leben bestand nur aus Niederlagen, Vorhaltungen, Anschuldigungen und Sprüchen wie das kannst du doch sowieso nicht, lass das lieber gleich sein denn du schaffst das eh nicht, reiß dich mal zusammen dann geht das auch, bist doch nur zu faul.......

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Veröffentlicht : 15/01/2016 10:53 am
(@admin)
Mitglied Admin

Hallo Aggi,

danke für Deine Infos. Diese hatte ich leider nicht nach dem ersten Post.

Ich habe auch ein großes Problem damit, wenn es denn wirklich AD(H)S ist, dass einem nur Steine in den Weg gelegt werden. Häufig sieht man aber leider Eltern, die damit überfordert sind, Eltern zu sein. Und um dies auszuschließen, versuche ich mit den wenigen Infos, die ich bekomme umzugehen. 😉

Lehrer als solches sind häufig mit der Tatsache überfordert, dass um die 30 - 36 Schüler in einer Klasse sind. Die Eltern haben insoweit keine fundierte Ausbildung. AD(H)S steht leider bis heute nicht auf dem Studienplan für Lehrer. Dies kann man aber nicht den Lehrern zum Vorwurf machen. Das hat auch viel mit unserer jetzigen Politik zu tun. Diese verschließt nicht nur vor den alltäglichen Dingen die Augen.

Viele Lehrer sind doch schon allein damit überfordert, dass sie jeden Tag 30 und mehr Schüler unterrichten dürfen und das Gehalt am Ende des Monats kaum zum überleben reicht. Ich würde da auch jedes Kind, welches nicht in "meine" Norm fällt in irgendeine Kategorie setzen, damit ich am Ende des Schuljahrs nur noch 25 Schüler habe.

Das widerspricht sich aber mit dem Anspruch der Eltern als solches.

Und ich muss ganz ehrlich sagen: Hier hat das Thema Inklusion mehr als nötig versagt. Und das ist das Problem unserer Politik und nicht unserer Lehrer.

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Veröffentlicht : 15/01/2016 12:15 pm
Aggi
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(@Aggi)
New Member

Hallo Dirk,
wir haben noch das absolute Glück das wir eine Klasse mit 23 Schülern haben der junge Mann ist auf der Realschule.
Ich weiß was Lehrer um die Ohren haben, habe im Bekanntenkreis und in der Familie alle Schulformen vorhanden, von Grundschule bis Gymnasium.
Leider steht es nicht auf dem Lehrplan, aber es sollte möglich sein sich in Fortbildungen zu informieren, in meinem Beruf habe ich auch nicht alles gelernt was ich jetzt brauche sondern habe ich auch weitergebildet.
Aber wegen der Bezahlung der Lehrer, so schlecht verdienen die jetzt auch nicht, ich wäre froh wenn ich daran kommen würde aber leider musste ich mir ja einen sozialen Beruf aussuchen manche Tellerwäscher (nicht abwertend gemeint) haben bessere Stundenlöhne!
Ich verstehe auch das Problem seit es die Schulemfehlungen nicht mehr gibt, jeder meint sein Kind am besten aufs Gym zu stecken, mindestens Realschule, ob sie es packen ist den Eltern egal, die kann man ja immer noch runternehmen, wenn ich das schon höre bekomme ich nen Hals, was die ihren Kindern antun.
In seiner Klasse sind auch Kinder mit der Hauptschulempfehlung er hätte aufs Gymnasium gehen können, ich wollte das aber nicht.
Das mit in die Norm des Lehrers stecken sehe ich anders, die Lehrer haben vorgegebene "Ziele" die sie erreichen müssen und Niveaus die sie einhalten müssen. Ich behaupte schon von mir das ich auch nach links und rechts schaue und versuche alle Seiten zu verstehen, aber das schlimme ei mir, ich erwarte es auch von meinem gegenüber, es gibt nicht nur schwarz und weiß dazwischen ist noch ganz viel......
Unser Problem ist es das unsere Erkrankung nicht mit der offenen Tür rein fällt, wir passen beide in kein festes Schema, wir sind zu gut, hört sich jetzt doof an aber ich hoffe du weißt was ich meine. wir sind weder weiß noch schwarz wir gehören zu de grauen ob dunkel oder hell muss noch raus kommen.

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Veröffentlicht : 16/01/2016 5:17 am
(@admin)
Mitglied Admin

Ich stimme Dir absolut zu. Wobei ich sagen muss, dass auch ich - ohne AD(H)S - in kein vor gepresstes Schema passe, ich schau auch in alle Richtungen.

Vielleicht ist es einigen Lehrern zu viel, sich weiter zu bilden. Das hab ich aber überall. Und es gibt auch bestimmt Lehrer, die völlig fehl am Platz sind.

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Veröffentlicht : 16/01/2016 7:32 am
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