Ads bei Erwachsenen: Die These ADS und Übergewicht

Häufiger gab es nun schon Studien zum Suchtverhalten von ADHS Menschen. Zu erklären ist dies wohl damit das der mangelnde Dopamin (Volkst. Glückshormon) -Spiegel im Zentralnervensystem das „Suchen“ nach „Ausgleich“ fördert.  So werden gehäuft auch Essstörungen beobachtet. Essen wird zur Selbstbelohnung und Stimulation oder bei Langeweile eingesetzt. Eine aktuelle Studie bei Erwachsenen in einer Adipositasklinik zeigte jetzt, dass Erwachsene mit einer ADS-Problematik es deutlich schwerer haben eine Gewichtsreduktion zu erzielen und von einer Standardbehandlungsempfehlung zu profitieren. Bei etwas angepassten diagnostischen Kriterien von ADHS wiesen 27,4 Prozent der Patienten mit Adipositas auch ein ADHS-Syndrom auf.

Morbide Adipositas mit einem BMI über 40 kg/m2 war sogar bei 42.6 Prozent der Probanden vorhanden. Diese Patientengruppe weist eine besonders hohe Anzahl von Arztkontakten bzw. stationären Behandlungen auf mit entsprechend schlechter Prognose.

Im Erwachsenenalter nimmt die Hyperaktivität einen veränderten Charakter an, indem sie sich als erhöhte innere Unruhe auswirkt. ADHS-Betroffene zeigen verschiedene andere psychische Störungen z. B. Depressionen, Angststörungen und Störungen des Selbstbildes und Selbstwertgefühls, sowie soziale Phobien. Betroffene beiderlei Geschlechts können auch Bulimie als Begleiterkrankung entwickeln.

Da ich selber betroffen bin, habe ich mich natürlich oft gefragt wie mein AD(H)S sich auf mein Körpergewicht auswirken könnte. Bis in das Jahr 2006 war ich starker Raucher. Bis dahin habe ich es geschafft fast täglich drei Schachteln Zigaretten zu inhalieren. Dabei war jede Zigarette zur Findung der inneren Ruhe eine echte Wohltat. Heute weiß ich, nachdem ich mit ADS diagnostiziert wurde, das dies natürlich kein großes Wunder ist. Meine Einleitung zu diesem Artikel erklärt schon warum.

Danach bin ich dann wie ein „Hefeklos“ auseinander gegangen. Unbewusst haben ich das eine mit dem anderen „kompensiert“. Das führte sogar dazu, dass ich heute eine Selbsthilfegruppe für „extremes Übergewicht“ leite (www.shg-schwarzwald.de). Im Sommer 2008 nun meine Diagnose und der anschließenden Einstellung mit MPH (Methylphenidat). Ich habe seit dem bereits 4 Kg abgenommen (Stand: November 2008) und scheine die unbewusste Selbstmedikation mit Essen als Belohnung nicht mehr zu brauchen.

Eindringlich möchte ich jedoch davor warnen Ritalin oder andere Methylphenidat Präparate als Schlangheitsmittel zu betrachten. In einigen Beipackzetteln steht „Appetitlosigkeit“ als Nebenwirkung. Nach meiner Meinung ist dies aber keine Nebenwirkung sondern der „normale“ Dopamin-Spiegel im Zentralnervensystem der durch das Medikament bei AD(H)S Menschen erreicht wird. Normale Menschen werden diese „Nebenwirkung“ also kaum haben.

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