Die Ziele unserer Stiftung

 

Neben all den wichtigen Dinge, die anderen Organisationen bereits abdecken, besteht ein wesentlicher Schwerpunkt von ADHS-International darin, die bestehende Stigmatisierung Betroffener oder deren Angehörigen zu bekämpfen und auch, wenn nötig, gegen mächtige Lobbyisten anzutreten.
Ein Beispiel: Die Scientology versteht sich z.B. als Gegner der psychischen Erkrankungen und ist auch in meinen Gruppen ständig zugegen. Der Kopp Verlag lässt durch starke Webseitenauftritte immer wieder von sich hören. Es gibt also einige Lobbyisten, die Ihre Interessen haben. Leider sind das nicht die Interessen der Betroffenen und Sie schaffen es immer wieder mit den Horrorgeschichten ganz oben in den Suchmaschinen zu erscheinen. Folgendes steht dazu in unserer Satzung:

Karitative Unterstützung und gemeinnützige Förderung von Personen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung oder Aufmerksamkeitsdefizitsstörung und deren Eltern, Familienangehörigen und Partner. Aufklärung und Bildungsarbeit, z.B. in Schulen, Kindergärten, Arztpraxen, Betreuungseinrichtungen und überall dort wo es notwendig erscheint, zum Wohle für die Betroffenen von AD(H)S und ihren Eltern, Familienmitgliedern und Partnern. Bekämpfung der Stigmatisierung und Diskriminierung von Personen oder deren Eltern, Familienmitgliedern und Partnern, die von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen oder Aufmerksamkeitsdefizitstörung betroffen sind. Stigmatisierung oder Diskriminierung insbesondere, aber nicht ausschließlich, aufgrund falscher Darstellung in der Öffentlichkeit, für eine legitime sowie angemessene Medikation als probate und verordnete Therapie gegen diese Störung.

Also, überall dort, wo diskreminiert, stigmatisiert oder desinformiert wird, gerade in Bezug auf Medikamente und Therapien bzw. den allgemeinen Hintergründen zu AD(H)S, soll adhs-international vertreten sein. Das macht eine solche Organisation einmalig. Wir werden nicht vergleichweise mäßig auftreten.

Warum eine irische Stiftung

Eine Grundsatzunterhaltung über die Sinnhaftigkeit möchte ich natürlich nicht führen müssen. Es wird immer Pros und Contras geben. Mir ist bewusst, das auch anderen Organisationen bei der Bekämfung der Stigmatisierung Fortschritte machen. Doch sehe ich auch, das selbst große Verbände sich gerne durch unsere Community bestärkt fühlen.

Die Entscheidung für eine irische Stiftung fiel deshalb, weil mir die Erhaltung der Ziele in einer festgeschriebenen Satzung wichtig waren. Die meisten eVs in Deutschland haben das grundsätzliche Problem, das Vorstände und Gründungsmitglieder nach längerem Bestehen ausgetauscht werden können, z.B. wenn Wahlen zum Vorstand durchgeführt wurden. Häufig sitzen dann am Schluss, wenn die Organisation größer wurde, nur noch Ärzte und Rechtsanwälte am Tisch und nicht mehr die Basis oder Betroffenen selber.

Das gesetzlich vorgeschriebene Wahlrecht eines eingetragenen Vereins ist eine gute Sache, aber es kann sich dadurch auch das ursprüngliche Ziel der Vereinigung verändern. Dies will ich mit der Stiftung durchbrechen und die Ziele wahren. Um das nachzuvollziehen, brauchst man sich nur einmal den Werdegang einiger größerer Vereine und dessen Impressum anzuschauen. Diese Veränderung im Vorstand lässt einige Vereine Müde erscheinen und der Fokus wird aus dem Auge verloren. Es gibt sogar Organisationen auf dessen Webseiten ich für lange Zeit keine Änderungen mehr erkennen konnte (also neuere Artikel) oder wo eine aktive Community völlig fehlt. Es wird sodann nur noch auf das Wesentliches reagiert und der Aktionismus geht verloren. Dieser „hochoffizielle“ Charakter überfordert nicht selten die Basis und macht den Verein unattraktiv.

Es kann so bleiben wie es immer war, nur größer und mächtiger

Wenn möglich möchte ich auch für den Einzelnen weiterhin einstehen können mit einem starken Team, das der Satzung folgt. Das soll auch so bleiben, wenn ich mal nicht mehr da bin oder ausfalle. Generell ist das der Grund einer Stiftung, weshalb auch der deutsche Gesetzgeber dafür einen Rahmen geschaffen hat. Stiftungen verfolgen diesbezüglich weltweit das gleiche Ziel, nämlich den Gründungsidealen treu zu bleiben.

Warum aber irisch? Nun, wie bei der deutschen GmbH, hat der deutsche Staat zwar eine rechtssichere und haftungsbeschränkte Körperschaft geschaffen, der speziell Banken und Kreditgeber vertrauen können. Dies aber leider mit der Folge das eine GmbH nicht gegründet werden kann ohne das eine Stammeinlage von 25.000 € von nöten ist. Bei der Stiftung ging er noch weiter, denn dazu wäre eine Startseinlage von 100.000 € nötig. Klar, das schafft Sicherheit für Kreditoren, bleibt aber dann den priviligierten vorbealten.

Deshalb ist vor einigen Jahren bereits die Gegenbewegung zur GmbH entsanden. Vieleicht hat schon der Eine oder Andere von der englischen Limited gehört. Erst wurde diese grundsätzlich zur Eintragung in das deutschen Handelsregistern abgelehnt, weil nur eine kleine Stammeinlage nötig war um die Limited zu gründen, die Firma aber trotzdem haftungsbeschränkt wäre. Bis der europäische Gerichtshof dieses Vorgehen verboten hat (im Zuge der Europäisierung). Seit dieser Zeit, ist es ebenfalls möglich auch eine irische Stiftung als pendant zur deutschen Stiftung als auch eine Limited hier in Deutschland eintragen zu lassen, da Irland zur europäischen Union gehört. Sie ist dann hier in Deutschland eine selbstständige Zweigniederlassung, die ausschließlich hier Ihren Aktionsmittelpunkt hat. Die Gründungkosten sind aber um ein vielfaches geringer.

Wie war das mit dem Aktionismus?

Ok, noch ein Beispiel: Die großen Organisationen weden vielfälltig von Krankenkassen, dem Staat usw. unterstützt und finanziert. Gänzlich richtig, jedoch sollte dann Unabhängigkeit gewahrt bleiben. Den gerade die Krankenkassen sitzen mit am runden Tisch, wenn es um wichtige Entscheidungen geht, was die Medikamentierung ADHS Betroffener betrifft.
Ich will damit nicht Sponsorengelder klein reden. Wenn ich allerdings einbeziehe, was ich oben bereits schrieb, also wer sitzt im Vortstand einer Organisation, so ist es nicht verwunderlich, das Krankenkassen kaum Kritik erfahren.

Um missverständnissen aus dem Weg zu gehen. Auch wir haben schon darüber nachgedacht Pharmafirmen anzusprechen. Denn wir glauben, das wir als Gruppe, die Pro für Medikamente eingestellt ist (eben weil wir Betroffenen den richtigen Rat geben wollen und nicht den Leidensweg verlängern wollen), sich die Mühen unserer Arbeit und unserer ehrlichen Meinung die daraus resultiert, für den guten Zweck vergüten zu lassen (Abstrackt formuliert). Aber immer auf Basis eines Aktionismusses und der Unabhängigkeit.

Allgemeine Ziele müssen weiterhin sein

  • Ausbau des Forums
  • Aufbau eines Mitgliedsbereiches
  • Ausrichten von Sommerfesten oder Weihnachtsfeiern
  • Veröffentlichung geprüfter Freundschaftslisten in einem speziellen  Memberbereich
  • bereitstellen einer Telefonhotline
  • Veröffentlichung von Broschüren (speziell auch für Ärzte, Schulen, weitere fachkräfte und Desinformierte)
  • Veröffentlichung einer Mitgliederzeitung mit den neuesten Informationen
  • Unterstützung von Selbthilfegruppen
  • Ärzteliste mit Suchfunktion
  • Wichtig ebenfalls: Das schaffen einer starken Lobby gegen Stigmatisierung und Diskriminierung AD(H)S-Betroffener (für Kinder, deren Eltern und Erwachsene).

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