Risperidon bei AD(H)S?

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    • Risperidon bei AD(H)S?

      Es kommt immer wieder vor, dass wir in der FB-Gruppe lesen, dass Kinder Risperidon bekommen. Schnell fällt dann auf, dass Risperdion kein Medikament zur Behandlung von AD(H)S ist. Aber warum wird dann Risperidon gegeben?

      Risperidon ist ein Medikament, welches
      • zur Therapie bei schwerer und chronischer schizophfreniformer und schizoaffektiver Störung
      • zur Behandlung manischer Phasen
      • zur Kurzzeitbehandlung (bis zu max. 6 Wochen) von langanhaltender Aggression.
      Bei der Kurzzeitbehandlung der langanhaltender Aggression wird in zwei Zielgruppen eingegliedert:
      1. Bei Selbst- und Fremdgefärdeten Personen mit AlzheimerDemenz - nach Ausschöpfung anderer Therapiemöglichkeiten
      2. Bei Kindern ab mind. 5 Jahren und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen.
      Es wird außerdem bei Zwangserkrankungen eingesetzt, bei der posttraumatischen Belastungsstörung kann Risperidon die Reizbarkeit reduzieren.
      viele Grüße

      Dirk
    • Es ist grausam, wie schnell heute Risperidon verschrieben wird. Es wird sogar bei Tic und, und das ist der absolute Hit, zur Steigerung der Konzentration verschrieben. Schlimm ist, dass die Mütter oft gar nicht begreifen, was sie mit Risperidon anrichten. Ich habe mich so oft mit Müttern gestritten. Aber denen ist ein ruhiges Kind lieber. Risperidon wird der Eltern (Mütter!) wegen verschrieben.
    • Ich weiß sehr wohl, dass es Auschließlich gegen zu großem Mangel an Impulskontrolle eingesetzt werden sollte. In anderen Foren habe ich indes oft gelesen, dass es zur Konzentrationssteigerung verschrieben wird. Es wurde vom Arzt deswegen verschrieben, damit es Abends ruhig ist und besser lernen kann. Mit einer Mutter habe ich Kontakt.

      Ich finde es nur komisch, dass viele Mütter vehement für Risperidon sprechen (auf meine Frage, wo denn die Väter sind, kommen komische Antworten). Risperidon sollte, wie du geschrieben hast, nur kurze Zeit angewandt und sorgsam eintitriert werden. Ich habe sehr oft das genaue Gegenteil gelesen. Es ist ein Medikament, das unerfahrene Ärzte gern gegen ADHS verschreiben.
    • Und auch dafür wird Risperidon eingesetzt. Natürlich wird es auch verschrieben, damit das Kind abends ruhiger ist, denn Aggressivität ist niemals ruhig. Bitte hinterfrage auch jedesmal die Ansichten der Eltern. Und Mütter haben eben die Angewohnheit sich mehr mit dem Kind als solches auseinander zu setzen als Väter.
      Und auch haben die Mütter häufiger die Angewohnheit über alles sprechen bzw. schreiben zu müssen. Väter ziehen sich zurück und wollen alles für sich alleine klären. Da hat man dann schon eine Antwort drauf. Und da gibt es noch vielmehr Gründe für. Die Diskussion gehört aber nicht zu dem eigentlichen Beitrag.

      Und bisher ist mir noch kein Arzt vorgekommen, der Risperidon als Hauptmedikament bei AD(H)S einsetzt.
      viele Grüße

      Dirk
    • Das mit Vätern sehe ich anders. Dieses Thema ist hier aber off topic.

      Risperidon ist kein BtM. Viele Ärzte scheuen das BtM-Verfahren. Ich weiß nicht, ob du in den Facebook-Foren unterwegs bist, in denen vorwiegend die Mütter schreiben. ich bin es nicht mehr, weil mich das Mütter-Gerede triggert. So, wie die Mütter heute reden, hat meine Mutter früher auch geredet. Und Risperidon ist ein häufiges Thema, weil die Kinder dann so schön ruhig werden.
    • Mein Sohn bekommt auch risperidon und der andere ritalin und meine erfahrung damit ist nicht schlacht die agressionen haben sich gebessert und auch so ist alles besser geworden weniger ärger und stress in der schule auch besserer umgang mit den mitschülern den freunden und so weiter also aus erfahrung mein Kinderpsychologe verschrieb das nicht einfach so aus spass
    • Ich weiß nicht, ob ich das gut finde. Es ist ja schon zu einem geflügelten Wort geworden, in den ADHS-Foren, in denen ich war. Sobald das Kind ein wenig trotzig war, wurde Risperidon empfohlen. Das war mit ein Grund, weshalb ich diese Foren verließ. Die Ärzte verschreiben dieses Medikament sehr großzügig. Daher muss die Gebrauchsanweisung dieser Praxis angeglichen werden.

      Nun möchte ich nicht mehr über Risperidon schreiben, denn dieses Thema triggert mich.
    • Risperidon/Risperidal
      Risperidon ist ein Atypisches Neuroleptika, es gehört zu der Gruppe der Psychopharmaka.

      Tabletten in Dosierungen
      0,25mg, 0,5mg, 1mg, 2mg, 3mg, 4mg, 6mg,

      Jeweils von vielen verschiedenen Herrstellern

      Die Halbwertzeit dieses Medikaments liegt bei 3 Stunden. Bei Einigen auch etwas länger.

      Ausgeschieden wird es übringens über den Urin (70%) und über den Stuhlgang(14%). Innerhalb von 24 stunden wird es zur Hältfe ausgeschieden.

      Ich entscheide mich bewusst dazu, nicht nur die positiven Eigenschaften aufzuzählen.

      Unter bestimmten Diagnosen kann es auch bei Kindern eingesetzt werden.
      Häufig wird es aber im Bereich der Altenpflege, Einsatz finden.

      Prozentual ist der Einsatz von Neuroleptika Verschreibungen bei Kindern in den letzten Jahren Angestiegen.
      Obwohl bestimmte Indikationen Notwendig sind, wir es häufig verschrieben.

      Zu den Indikationen zählen, die Diagnosen nach dem ICD-10 Katalog
      F9x- verschiedene Diagnosen aber ADHS und Ticstörungen
      F8x- Tiefgreifende Entwicklungsstörungen
      F4x- Zwangsstörungen
      F3x- Biopolaren Störungen
      F2x- Psychosen

      Bei Kinder die ADHS oder auch Autismus haben, finden diese Medikamente ihren Einsatz.
      Bei Störungen des Sozialverhaltens mit aggressiv - impulsiver Verhaltensstörung
      Impulskontrollstörungen mit selbst- und fremdaggressivem störendem Verhalten, bei Intelligenzminderung oder Intelligenz im unterem Normbereich
      gibt man Risperidon in einer Dosierung bei Kindern ab 5 Jahren
      0,25 - 0,75 mg Abends
      bis zu 1,5 mg Abends ab 50 kg Körpergewicht

      Wenn die Dosierung nicht ausreicht, z.b. am Abend, dann kann eine Aufteilung auf den Abend und den Morgen erfolgen. Je nach dem, wie die Symtomatik dieses erfordert.

      Eines ist zu Beachten, Psychopharmaka sind keine Drogen und werden auch als solche nicht nachgewiesen.
      Sie verändern nicht die Persönlichkeit,
      Da Risperidon zu den Benzodiazepine gehört, KANN eine Abhängigkeit des Medikaments auftreten, nach längerer Gabe als die 6 Wochen, die angegeben werden


      Nebenwirkungen:

      Häufig bei Risperidon:

      ~Entwicklung von Kopfschmerzen,
      ~relativ hohes Risiko für eine Gewichtszunahme,
      ~Ängstlichkeit,
      ~Entwicklung von Zuständen der Unruhe,
      ~Insomnie bzw. Schlafprobleme können entstehen.
      ~Deutliche Verringerung des Sättigungsgefühls nach einer
      vollen Mahlzeit,
      ~Appetitsteigerung,
      ~Verlangen nach kohlenhydrathaltiger Nahrung


      Seltener unter Risperidon:

      ~Übelkeit, Müdigkeit, Benommenheit, Bauchschmerzen, ~Störungen der sexu. Funktionen (Erektionsstörung,
      Orgasmusstörungen), Zyklusstörung, Wachstum der Brust
      (auch Männer), Sekretion aus den Brustdrüsen, ~Hautausschlag, andere allergische Reaktionen, ~unkontrollierter Urinabgang (Inkontinenz).


      Gelegentlich bei Risperidon:

      ~Herzrasen, Schwindel, niedriger Blutdruck, Zittern, ~vermehrter Speichelfluss, Bewegungsstörungen, ~unwillkürliches Grimmassen ziehen, ödembildung, Erhöhung
      der Leberwerte.

      Wichtig ist hier, auch wenn das einige Ärzte nicht so sehen wollen, dass 2x im Jahr ein Blutkontrolle zwingend erforderlich ist!
      Ebenso ist eine Überprüfung durch ein EKG wichtig. Dieses sollte mindestens 1 mal im Jahr, per Langzeit EGK und durch Bludruckmessen, mindestens 2 Mal im Jahr erfolgen.

      Einzelfälle auftretend unter Risperidon: Erhöhung des Blutzuckerspiegels, Diabetes
      Deswegen sind die Blutkontrollen bei dem Medikament, das als "OFF-LABEL" gegeben wird besonders wichtig.
      Risperidon kann bei längerer Gabe einen Diabetes auslösen und auch zu erhöten Blutzuckerwerten führen und auch zu veränderten Leberwerten.


      OFF LABEL?

      Off-Label Use (engl.) bezeichnet die Verordnung eines Fertigarzneimittels außerhalb des durch die Arzneimittelbehörden zugelassen Gebrauchs. Die Verwendung kann im Anwendungsgebiet oder der Anwendungsart von der Zulassung abweichen. Im Deutschen spricht man dabei von zulassungsüberschreitender Anwendung.

      Kommen wir jetzt zum Absetzen

      In der Regel ist es nicht das grosse Problem das Medikament in dem 6 Wochen Zeitraum abzusetzen.
      Dennoch sollte dieses nicht von Heute auf morgen passieren, sondern langsam runter reduziert werden.
      Die Absetzgeschwindigkeit sollte umso länger sein, je länger die Einnahmedauer und je höher die eingenommene Dosis war/ist.
      Hierbei trägt natürlich auch die Ausprägung der Symptomatik eine entscheidende Rolle.

      Entzugssymptome sind oft Angst, Reizbarkeit, Verwirrung, Krampfanfälle und Schlafstörungen.

      Wichtig ist bei Risperidon, den Nutzen und die Vor- und Nachteile abzuwägen.

      Auch wenn Ärzte dieses gerne verschreiben, sollte man nach Möglichkeit auch nach anderen Dingen ausschau halten.

      Ich persönlich, sowie auch viele Ärzte, halten auch nichts davon, einem Kind Risperidon zu verschreiben, wenn es Abends nicht einschlafen kann.
      Hier sollten noch andere Problematiken vorher ausgeschossen werden.

      Ebenfalls kann auch ein Anderes Medikament Einsatz finden, wenn es um aggessives oder impulsives Verhalten bei ADHS Kinder geht.
      z.b. Intuniv (Guafazine) oder auch
      Strattera (Atomexitin)

      Lasst euch bitte Immer vom behandelnden Arzt oder auch Kinderarzt richtig über die Medikamente Aufklären.
      Besteht da bitte drauf!
      Viele Ärzte verharmlosen diese Medikation nämlich.